Schwerpunkt „Kulturflatrate"

[Ö1/ Matrix, 28.06.2009]

Seit Jahren tobt rund um Tauschbörsen im Internet ein Kampf. Für Filesharer bieten Netzwerke wie Kazaa, Bitorrent oder Gnutella Zugang zu einer breiten Auswahl an Musik, Filmen oder Videospielen. Die Film- und Musikindustrie sieht in den Tauschbörsen-Nutzern hingegen Piraten, die auf das Urheberrecht pfeifen, weil sie sich im Netz kostenlos Kulturgüter unter den Nagel reißen - obwohl Tauschbörsen-Nutzer erwiesenermaßen weitaus mehr Musik kaufen als der Durchschnitt. Klagen gegen Tauschbörsen und die Kriminalisierung der User führten bisher allerdings nicht zu einer höheren User-Moral.
Auf der Suche nach neuen Modellen, wie Kreative und Rechteinhaber in Zukunft ihre Einnahmen sichern können, wird deshalb in letzter Zeit der Ruf nach einer Kulturflatrate immer lauter. Die Idee: Internetprovider heben eine zusätzliche monatliche Pauschale ein, und die User dürfen nach Herzenslust herunterladen - ganz legal. Wie die Kulturflatrate funktionieren könnte, erläutert der deutsche Medienwissenschaftler Volker Grassmuck in einem Beitrag von Anna Masoner. Welche Feldversuche es in Sachen Kulturflatrate bereits gibt, hat sich Janko Röttgers u.a. auf der Isle of Man angesehen.

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